Abenteuer „Erster Marathon“ Conny FUCHS erzählt

Abenteuer „Erster Marathon“
Unsere Conny FUCHS erzählt uns davon.
(Foto von davor und danach 🙂 )

Die Wachau war am 17. September Schauplatz meines ersten Marathons. Entgegen der logischen Rechnung, dass ein Marathon zwei Halbmarathons sind, vertrete ich, nach meinem Debüt auf der Distanz beim Wachaumarathon 2017, eine etwas andere Meinung. Denn, wie man so oft von erfahrenen Marathonfinishern hört, unterzeichne auch ich nun die Aussage „Ein Marathon beginnt erst ab der zweiten Hälfte“.
Aber von vorne: Am 17. September 2017 trat ich zum ersten Mal an die Startlinie der Königsdisziplin. Damit sollte sich mir hoffentlich ein Traum – einen Marathon zu laufe und das idealerweise vor meinem 30. Geburtstag – erfüllen.
Die Stimmung am Start war gut, das Wetter schlecht und meine Gefühle gemischt. Würde ich es langsam genug angehen, sollte ich es ins Ziel schaffen, sofern nicht irgendetwas schiefgehen sollte (Krämpfe, Knieprobleme, der Mann mit dem Hammer der zu stark zuschlägt,…). Aber zu langsam wollte ich es auch nicht angehen, schließlich träumt man ja doch immer von irgendwelchen Zielzeiten. Auch wenn man tausendmal hört, dass die Zeit beim ersten Marathon nebensächlich ist.
Um 10:01 fiel der Startschuss und im Regen machte sich das Feld erstmal in die entgegengesetzte Richtung auf um dann nach 3,5 Kilometern zu wenden und sich auf den Weg nach Krems zu machen. Immer in mich hineinhorchend pendelte ich mein Tempo auf um die 5:00 Minuten pro Kilometer ein und verinnerlichte mir immer wieder, mich nicht zu sehr auf die Pace-Anzeige meiner Uhr sondern auf mein Gefühl zu verlassen.
Kilometer 21,1: Die Halbmarathonmarke passiere ich noch mit ziemlich lockeren Beinen und einem guten Gefühl. „Nur noch einmal so weit. Wenn die erste Hälfte so gut ging, kann die zweite ja nicht so schwer sein“, dachte ich mir noch. Naja, wenn ich mich da mal nicht täuschte.
Kilometer 27: Die Oberschenkel werden jetzt doch etwas schwer, die Muskeln härter. Der Regen, der für meinen Geschmack für etwas zu viel Abkühlung auf den Beinen sorgte, machte mein Empfinden nicht unbedingt besser. Da war er nun wahrscheinlich, der Moment, wenn der Marathon wirklich beginnt – wenn die Beine schwer werden und es irgendwie nicht mehr unbedingt Spaß machte. Aber die 15 Kilometer gehen auch noch.
Kilometer 32: „Nur mehr“ 10 Kilometer – das ist ja quasi nur mehr meine kleine Hausrunde zuhause. Die Oberschenkel sind jetzt wirklich schwer. Immer wieder komme ich Läufern nach, die gehen, dahinschlurfen, mit schmerzverzerrtem Gesicht am Straßenrand stehen. „Hoffentlich trifft mich das nicht auch noch“, so meine Gedanken. Der Blick auf die Uhr fällt nur mehr auf die Kilometeranzeige, die Pace ist nebensächlich.
Kilometer 37: Fünf Kilometer. Das ist ja eigentlich gar nichts mehr. Aber irgendwie werden die Kilometer immer länger. Einfach weiter laufen. Die Gegenseitigen Aufmunterungen der eigentlich fremden Läufern tut gut. Das ist also auch Marathon – sich gegenseitig Mut und Durchhaltevermögen zusprechen, auch wenn man sich nicht kennt. Einfach nur, weil man das gleiche Ziel verfolgt. Schön!
Kilometer 40: Halleluja, ich bin in Krems. Gott sei Dank bleibt den Martathonläufern die Schleife durch die Stadt erspart. Vom Regen durchnässt stehen nun doch immer mehr Menschen am Streckenrand und feuern uns an. Danke dafür!!!
Kilometer 40,irgendwas: Wie lange kann eigentlich ein Kilometer sein?!? Das gibt es ja nicht. Kurz habe ich schon fest daran geglaubt, die Tafel mit der Markierung übersehen zu haben.
Kilometer 41: Doch nicht übersehen. Schon lang so ein Kilometer…Nochmal alle Kräfte für die letzten 1.200 Meter sammeln. Obwohl mir schon vom Bauchnabel abwärts alles wehtut, kann ich doch noch ein paar Reserven aktivieren. Was mich selbst überraschte…
Den Moment, in dem ich plötzlich den Zielbogen im Blick hatte und meinen ersten Schritt auf den Teppich zum Ziel setzte („Wie schön türkis der heuer ist“, hab ich mir dabei gedacht), werde ich wahrscheinlich lange oder hoffentlich nie vergessen.
Kilometer 42,2: Völlig durchnässt, mit scherzenden Beinen und Hüften bin ich im Ziel angelangt und kann es gar nicht fassen. Ich habe es geschafft.
Am Weg zum Verpflegungsbereich musste ich meinen Beinen noch besser zureden, als während des Bewerbes. Aber ein Iso-Getränk und der Empfang meiner Freunde, die sich nur für mich in den Regen stellten und warteten, machte vieles wieder wett. Hier ein großes Danke an alle, die mich im Zielbereich erwartet haben! Zu wissen, dass ihr wegen mir im Regen steht, hat mich auch motiviert, weiter zu laufen.
Mein Fazit zum ersten Marathon: Ein Marathon ist mehr als zwei Halbmarathons und schon ziemlich lang. Aber das Gefühl im Ziel zu sein, macht vieles wett.
Zwei Tage später, lässt mich zwar der Muskelkater in den Oberschenkeln noch vor jeder Stiege zusammenzucken, aber ansonsten tut mir wirklich nichts weh. 🙂
Was ich noch üben muss: Trinken während des Laufens. Isogetränke durch die Nase zu inhalieren, macht es nicht unbedingt besser und es wäre schon hilfreich, wenn nicht der Großteil des Getränks im Gesicht und auf dem Trikot sondern im Mund landen würde.
lg Conny

Liebe Conny, danke für diesen tollen Bericht. Herzlichen Glückwunsch zu deinem fabelhaften Debüt! Wir sind stolz auf dich!

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