Wachaumarathon Teil 2

Und es geht weiter in Sachen Wachaumarathon. Ein toller Bericht von Conny Krapfenbauer über Ihren gestrigen Erfolg. Viel Spaß beim Lesen:

Wachau – Marathon 17.09.2017
Nachdem mich in dieser Wettkampfsaison weiterhin das ‚Triathlonfieber‘ gepackt hatte, setzte ich mir quasi als Saisonabschluss in den Kopf, endlich wieder einen Marathon zu laufen. Einen Tag nach meinem Halbdistanzstart (1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren, 21,1 km Laufen) in Podersdorf meldete ich mich also beim Wachaumarathon an, wo heuer auch die Landesmeisterschaft über die Marathondistanz ausgetragen werden würde.
Nach Podersdorf war zunächst einmal Regeneration angesagt, ehe ich in der Marathonwoche noch 2 flottere Intervallläufe absolvierte, um meinen Körper ein letztes Mal – vor der wohlverdienten Auszeit – ‚auf Touren‘ zu bringen. 😀
Da ich den Marathon aus dem Triathlontraining heraus laufen wollte, fehlten mir natürlich die – eigentlich für eine neue Bestzeit erforderlichen – 30-35 km Läufe. Meine längsten Laufeinheiten waren 1,5 bis 2h – Läufe, sprich maximal 28 km; dies war zwar ausreichend für meinen, anfang des Jahres noch unerwarteten, Saisonhöhepunkt in Podersdorf; auch über meinen Konditionszustand machte ich mir dank langer Radeinheiten keine Sorgen. Vielmehr plagten mich jedoch Zweifel, die 42,2 km – in muskulärer Hinsicht – zu bewältigen.
Ich wollte mir also keinen Druck auferlegen hinsichtlich Endzeit, und so verrichtete ich noch brav am Vortag des Marathons meinen 12,5 h Arbeitsdienst im Krankenhaus, was definitiv nicht zu empfehlen ist und ich auch bestimmt in Zukunft vermeiden werde;
vor einem Marathon jedenfalls. 😊
Am Sonntag meinte es der Wettergott mit uns Läufern, -innen nicht gut, andererseits bin ich ohnehin kein Fan von ‚Hitzebewerben‘. Die Bedingungen sind für alle gleich und mit vorhergesagtem Westwind sollten wir es nicht allzu schlecht treffen.
Vom SC Zwickl Zwettl am Start in Emmersdorf waren Conny Fuchs bei ihrem Marathondebut und Silvia Wührer, die mit ihrem Mann Thomas die Marathondistanz als frisch ‚gebackenes‘ Ehepaar, bewältigen wollte.
10:01…das Startsignal ertönte ….und los ging es beziehungsweise – besser gesagt – lief es… zunächst einmal in die entgegengesetzte Richtung, sprich: vom Ziel weg, um sich später in Krems am letzten Kilometer das ‚Hin und Her‘ in den verwinkelten Gassen kurz vor der Zielgeraden zu ersparen.
Ich nahm mir fest vor, nicht zu schnell zu starten und lief einen 04:15er Kilometer – Schnitt an. Ich fühlte mich locker, fand einen guten Rhythmus und konnte ca. bei Kilometer 12 die Damenführung übernehmen. Mittlerweile bewegten wir uns natürlich schon längst in Richtung Krems.
Die tolle Stimmung auf der Strecke war trotz Nieselregens – abschnittsweise – sehr motivierend und so hatte ich bis zur ersten Marathonhälfte richtig Freude am Laufen.
Den besagten Rückenwind nahm ich zwar kaum wahr, man durfte sich aber mit Sicherheit nicht beschweren; zumal in der Wachau meistens mit Gegenwind – statistisch betrachtet – beim Laufen in Richtung Krems zu rechnen ist.
Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es heute für mich noch sehr schwer werden würde, um meinem Traum, einen Marathon einmal unter 3 Stunden zu finishen, näher zu kommen.
Die ersten 21,1 km konnte ich zwar unter 1h 30 Min. laufen, bekanntlich würde ein Marathon aber erst jetzt beginnen.
Und – wie befürchtet – wurde es ab Km 30 echt hart für mich. Eigentlich hatte ich ja nicht das Gefühl von schweren Beinen ‚im klassischen Sinn‘ beziehungsweise, außer Puste zu sein, allerdings nahm ich meine Oberschenkel – nach und nach – wie Betonklötze wahr.
Ich hatte plötzlich richtig Angst, Krämpfe zu bekommen und es nicht mehr ins Ziel zu schaffen. In weiterer Folge steuerte ich bei jeder Gelegenheit die ‚Labestationen‘ an.
Ab Km 32 konnte ich keinen 04:16er Schnitt mehr laufen, nun schmerzten zudem die Hüften. Einziger Lichtblick war der Umstand, dass mir mein Schambein, das mich ja zu meiner einstigen Verletzungspause zwang, bisweilen keine Probleme bereitete.
Nun sagte ich mir : ‚Nur mehr 10km‘, im Grunde meine Lieblingsdistanz in diesem Jahr, bedingt durch meine Starts bei diversen Triathlons über die olympische Distanz.
Mein Freund Andi, Alex Frühwirth und Papa, sowie zahlreiche Bekannte und liebe Vereinskollegen motivierten mich – dankenswerterweise – noch lautstark auf den letzten Kilometern.
Mittlerweile schmerzte der ganze Körper, aber Schluss mit Jammern. Ich kämpfte wie ein Löwe um Sieg und neue Bestzeit und schaffte es tatsächlich: In 03:01:18 überquerte ich mit Freudentränen in den Augen die Ziellinie und holte mir nach 2014 den 2. Sieg beim Wachaumarathon sowie meinen 2. Landesmeistertitel über die Marathondistanz.
Dass ich bei meinem 3. Marathon erneut nicht unter den ‚magischen‘ 3 Stunden finishen konnte, betrachte ich nicht als Niederlage. Im Laufsport gibt es eben keine Wunder, wie ich immer zu sagen pflege. Was man nicht trainiert, somit nicht in den Beinen hat, kann man im Wettkampf auch nicht erzwingen und das ist nur fair und menschlich.
Ich bin jedenfalls sehr glücklich mit meiner Saison und vor allem dankbar, dass mein Körper bei all den Erfolgen so ‚mitgespielt‘ hat.
Zusammen mit Verena Leitner, der Zweitplatzierten (03:06:05) und meiner lieben LC – Waldviertel – Laufkollegin Vroni Limberger (03:06:37), die sich nach ihrem Transalpintrailrunningabenteuer Platz 3 sicherte, genossen wir dann die Flowerceremony im Zielbereich. An dieser Stelle herzlichen Glückwunsch an Vroni; für mich unvorstellbar: nach einer Woche an Dauerbelastung einen Marathon überhaupt und dann noch so schnell zu bewältigen! Hut ab!!
Zusammen mit Conny Fuchs, die ihren ersten Marathon in starken 03:37:55 lief, holten wir in der Teamlandesmeisterschaft Platz Eins bei den Damen.
Super gemacht, liebe Conny!

Für mich geht’s jetzt bald in den Urlaub auf Erholung.
(Glaubt mir: Ich habe DEN Muskelkater meines Lebens. 😉)
Ich wünsche euch eine gute Regeneration beziehungsweise weiterhin viel Erfolg bei euren letzten Wettbewerben in diesem Jahr.
Freu mich auf ein Wiedersehen.
LG Conny

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