„Einmal im Leben Marathon laufen…“ – Ein Wunsch soll in Erfüllung gehen

Bericht von Andreas Kirschner.

Vorgeschichte:
Ich war schon immer ein eher sportlicher Mensch. Squash, Fußball, Fahrradfahren und Joggen zählte seit jeher zu meinen Freizeitaktivitäten.

Ostern 2016 begann ich auch noch Wettbewerbe zu laufen. Meine Lieblingsdistanz wurden die 10 km Bewerbe. Ende August 2016 konnten mich meine Läuferfreunde motivieren dem SC Zwickl Zwettl beizutreten. Eine Entscheidung, die ich bis heute nicht bereut habe, denn der Umgang bei diesem Verein ist wirklich freundschaftlich und sehr nett.

Mitte des Jahres 2016 kam ich während eines Trainingslaufes auf die Idee einmal weiter zu laufen. Also lief und lief und lief ich… schließlich waren es doch 33 km und ich kann heute sagen, dass dies die Initialzündung für die Anmeldung am Halbmarathon in der Wachau war. Diesen konnte ich in 1h 38’ meistern. Ich war glücklich!

Laufen versetzt mich in einen tranceartigen, glückseligen Zustand. Es bereitet mir innere Zufriedenheit und Ausgeglichenheit. Daher können mich kein Schlechtwetter oder andere Umstände abhalten ein paar Kilometer in der freien Natur zu genießen.

Der Wunsch und in weiterer Folge die Anmeldung für den VCM 2017 erfolgte im Herbst 2016. Der Respekt vor den 42,195 km waren für mich die stärkste Motivation.

Ende November 2016 war es dann so weit. Ich begann mich intensiv auf den Marathon vorzubereiten.
Seitdem versuche ich zwei bis drei Mal pro Woche in meine Laufschuhe zu steigen. Frei nach dem Motto: Kopf frei, Lunge frei – Flucht aus dem Alltag.

Schaffe ich einmal nicht, meinen Bewegungsdrang auszuleben, so macht sich eine innere Unruhe in mir breit. Ja – man kann fast sagen, ich bin dann unzufrieden und unausgeglichen.

Der Tag X – Mein erster Marathon:
Es ist 09:00 Uhr, ich stehe mit tausenden anderen Läufern auf der Wiener Reichsbrücke. Psychisch und physisch vorbereitet auf das, was nun kommt. Hubschrauber kreisen am Himmel und übertönen das Gebrumme und Gemurmel der vor Anspannung bebenden Menschenmenge. Durch die Lautsprecher erklingt die Bundeshymne, gefolgt vom Donauwalzer. Plötzlich Aufbruchsstimmung. Das Feld beginnt sich in Bewegung zu setzen.

War schon der Startschuss? Ich konnte ihn nicht hören. Egal. Los geht’s.

Es macht richtig Spaß und ich finde von Anfang weg meinen Rhythmus. Es gilt die Pace um 4:50 gut zu halten. Nach 21,1 km bin ich noch voller Tatendrang. Die bisher zurückgelegte Distanz bereitet mir gottseidank noch keine Probleme. Ich bin zu 100% fokussiert die 2. Hälfte des Marathons schneller zu laufen.

Im Vorfeld haben mir einige Läuferkollegen Tipps gegeben, die ich versuche umzusetzen. Nicht gleich von Beginn an Vollgas geben. Gemäßigt anfangen und Kraft für die gesamte Strecke halten.

Die restlichen Kilometer werden nicht zur Qual. Ich laufe und bin voll dabei. Bei KM 39 komme ich bei der letzten Labestation vorbei und schnappe mir ein Coca Cola. Ich bin geflasht! Noch nie schmeckte mir dieses koffeinhaltige Erfrischungsgetränk besser. Ein Traum! Es ertönt das Lied „Cotton Eye Joe“ und ich realisiere die Bombenstimmung im Publikum. Ich stelle mich der Situation und werde mit einer Dusche Adrenalin in meinen Adern belohnt.

Also sammle ich nochmals all meine Kräfte und versuche auf den letzten 100 Metern einen von mir allzu gerne ausgeführten Zielsprint hinzulegen.

Ich lächle – bin überwältigt und juble von ganzem Herzen. Jawohl! Ich habe es geschafft.
Und das in einer Zeit von 3 Stunden, 24 Minuten und 40 Sekunden!

„Die, die angekommen sind, sind nicht mehr die Gleichen…“


Resümee:

Die Mühe hat sich gelohnt! Das Ziel, auf das ich monatelang hintrainiert habe, wurde erreicht und ich konnte eine sensationell, lässige Erfahrung machen. Danke, für die tolle Unterstützung meiner Läuferkollegen des Vereines und jenen Personen, die mir wertvolle Tipps für diese positive Absolvierung des Bewerbes gegeben haben.

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