Wings for Life – Bericht von Conny Fuchs

13170768_1208784385807447_197155237_oLaufen für die, die es nicht können

Das taten rund 14.000 Leute am 8. Mai in Wien beim Wings for Life World Run, darunter auch ich.

Motiviert, vorfreudig aber auch etwas nervös stellte ich mich in den Startblock. Wie wird ein Lauf ohne Ziellinie sein und werden mir die plötzlichen und (für mich als Waldviertlerin) schon sommerlichen Temperaturen recht zusetzen? Die Stimmung vor dem Start ließ aber alle Zweifel und negative Gedanken verfliegen. Für Gänsehaut sorgten die Worte von Kira Grünberg und Thomas Müller, beide ehemalige Spitzensportler die jetzt im Rollstuhl sitzen. Deutlicher kann man den wartenden 14.000 Läufern wohl nicht bewusst machen, warum wir hier eigentlich alle an den Start gehen.

Und da ging es auch schon los. Langsam setzte sich das Starterfeld, angeführt von einigen Rollstuhlfahrern, in Bewegung.

Das dichte Feld und so einige falsch eingereihte Läufer erschwerten die ersten Kilometer etwas.

Das Publikum in der Mariahilferstraße und das immer lockerer werdende Läuferfeld sorgten aber langsam für die richtige Stimmung. Von da an lief es, trotz der warmen Temperaturen, im wahrsten Sinne des Wortes gut. Ich genoss die Stimmung eines solch großen Laufes und versuchte meine angepeilte Pace (laut Pacerechner sollte ich mit knapp unter 5:10 die angepeilten 24 Kilometer schaffen) zu halten. Eine riesen Motivation waren die Rollstuhlfahrer, die man auf der Strecke einholte. Wahnsinn, wie schnell sie ihre Rollstühle mit der Kraft ihrer Arme vorantrieben. „Da werde ich wohl die paar Kilometer laufen können“, ging es mir immer wieder durch den Kopf.

Nach der schattenspendenden Hauptallee ging es bald über die Reichsbrücke. Wie kann eine Brücke so steil und so lang sein?? Der Anblick der durchwegs neongelben (die Farbe der diesjährigen T-Shirts vom Lauf) Masse vor mir und das passieren der 20 Kilometermarke gab aber Kraft für die letzten Kilometer.

Vollkommen überrascht war ich, als ich bei Kilometer 22 hörte, dass sich das Catcher-Car von hinten näherte. Warum jetzt schon? Meine vorgenommene Pace hatte ich eingehalten, also dürfte das Auto erst in etwa 2 Kilometer da sein. Aber egal. So habe ich die restliche Energie für einen letzten Sprint eingesetzt und noch ein paar Meter aufgeholt. Bei 22,55 Kilometern hat mich das Catcher-Car schlussendlich erwischt.

Erschöpft aber zufrieden marschierten meine Freundin und ich danach Richtung U-Bahnstation. Und siehe da, da steht Marcel Hirscher (!!), der knapp 23 Kilometer geschafft hat, am Straßenrand. Das war das i-Tüpfelchen auf einen ganz besonderen Lauf mit so einigen Gänsehautmomenten. Keiner Ziellinie entgegen sondern vor einem Auto davon zu laufen und das für einen guten Zweck war ein besonderes Lauferlebnis.

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Ein Kommentar:

  1. Michael SIMLINGER

    Gratuliere zu deinem tollem Ergebnis beim Wings for Life Run 2018. Großartig eingeteilt 🙂
    Liebe Grüße von deinem dich lange begleitenden Laufpartner Michael.

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