10.04.2016 – Vienna City Marathon – Ein Bericht von Samuel Edlmeier

Als Ziel für meinen 4. Marathon hatte ich eine Zeit um die 3:15 angepeilt. Die Wettkampfvorbereitung verlief – nicht zuletzt dank des ziemlich milden Winters – hervorragend. Ich vertraute wie bereits letztes Jahr auf die Trainingspläne von Peter Greif (www.greif.de) – einen Plan für den Marathon gibt es dort gegen Registrierung kostenlos. Pläne für andere Wettkampfdistanzen können gekauft werden. In Kombination mit dem Zirkeltraining mit Christina Lechner konnte ich so gute Voraussetzungen für den Wettkampf schaffen.

Die letzte Woche vor dem Wettkampf erwischte mich leider eine etwas hartnäckige Verkühlung. Noch am Mittwoch war ich sehr skeptisch, ob ich bis Sonntag wieder voll fit bin. Die letzten Trainingseinheiten wurden deshalb statt im nasskalten Wetter in den warmen 4 Wänden absolviert, statt regenerativem Laufen standen eine kurze Einheit am Ergometer bzw. einige Kräftigungsübungen am Programm. Das war die richtige Entscheidung, denn am Wettkampftag war ich gesund und die Nase wieder frei!

 

Zu den Unsicherheitsfaktoren vor dem Marathon zählte das Wetter – in den Prognosen war von Regen, Wind und Temperaturen um die 8° zu lesen. Angesichts des prognostizierten Windes und der gerade erst überstandenen Verkühlung entschied ich mich für ein dünnes, langärmeliges Laufshirt. Auch das war die richtige Entscheidung, denn bis auf den Regen war die Wetterprognose auch korrekt.

 

Beim Start reihte ich mich diesmal in meinem Startblock sehr weit vorne ein, da ich mir die unnötigen und kräfteraubenden Zick-Zack-Überholmanöver auf den ersten Kilometern sparen wollte. Die Rechnung ging voll auf, laut GPS konnte ich so im Vergleich zum letztjährigen Wien-Marathon etwa 200 Meter einsparen. Kurz nach dem Start traf ich noch auf der Reichsbrücke Anna Holzmann, die ihr Marathondebüt gab. Auf den ersten Kilometern wollte ich Tempo und Rhythmus finden, was ganz gut gelang. Meine Taktik war, die ersten 16 km etwa 3 Sekunden langsamer zu laufen (also ca. 4:40/km), die nächsten 16 km 4 Sekunden schneller (also ca. 4:33/km) und den Rest so gut ich konnte. Einen kleinen mentalen Dämpfer musste ich auf der Wienzeile nach knapp 15 km einstecken – eine Blase am linken Fuß machte sich bemerkbar. Aber da war es ohnehin schon zu spät, darauf zu reagieren, deshalb ignorierte ich sie, so gut ich konnte. Auf der inneren Mariahilferstraße ging es leicht bergab und ich steigerte mit dieser Hilfe langsam mein Tempo. Kurz vor dem Ring erfolgte die (sehr gut markierte) Aufteilung der Marathon- und Halbmarathonstrecken. Leider haben einige Halbmarathonläufer die falsche Abzweigung erwischt und mussten dann einen Teil der Strecke wieder zurücklaufen, um ins Ziel zu gelangen.  

 

Weiter ging es dann auf der Lände, zurück Richtung Prater, langsam waren die 30 Kilometer in Sicht. Mir ging es sehr gut, ich hatte keine Schmerzen und noch ein paar Reserven für die letzten Kilometer. Der Wind war teilweise sehr mühsam und kostete doch ein wenig Kraft. Dafür waren die Temperaturen mit knapp unter 10° für einen Waldviertler optimal.

 

Kurz nach der Wende beim Lusthaus (ca. bei KM 33) begegnete ich nochmals Anna Holzmann, die auch sehr gut unterwegs war. Bis KM 38 purzelten die Kilometer dahin, schön langsam rechnete ich nach, ob die 3:15 realistisch sind. Das waren sie auf jeden Fall – allerdings nur, wenn ich auf den letzten Kilometern noch einen Gang zuschalte. Ich zog das auch kurz in Erwägung, aber am Ende ließ ich es dann bleiben, soviel Kampfgeist konnte ich dann doch nicht mehr aufbieten. Angesichts der anspruchsvollen äußeren Bedingungen bin ich mit der Zeit von 3:16:32 absolut zufrieden.

 

Fazit: Es hat wieder Spaß gemacht. Nächstes Jahr steht wieder ein Marathon auf dem Programm, dort soll die diesjährige Zeit unterboten werden. Jetzt heißt es aber erst einmal regenerieren und Kräfte sammeln für den Waldviertel-Cup, der bereits in knapp zwei Wochen startet. An dieser Stelle Gratulation an alle anderen TeilnehmerInnen – speziell die des SC Zwickl Zwettl und unserer Marathon-Debütantin Anna Holzmann zu ihrem starken Debüt!image001

Ein Kommentar:

  1. Herzlichen Glückwunsch, super Zeit!
    Mei, is des a liabs Foto!!!

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