Grüße aus Afrika…

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sendet uns Birgit Weissinger, die noch bis Ostern in Afrika ist. Vielen Dank, viel Spaß noch und Gratulation zu der super Leistung!

Kilimanjaro Halbmarathon 28.02.2016- Tanzania, Moshi

Es ist 5:00 als der Wecker klingelt und ich bin hellwach. Endlich ist es soweit- heute ist der Kilimanjaro Halbmarathon. Schon gestern bei der Ankunft in Moshi konnten mein Laufpartner Andy und ich die zahlreichen Läufer beobachten die die Stadt erkundeten oder sogar noch schnell ihre Anmeldung erledigten und ein besonderes Flair in der Stadt verbreiteten. Alle hier fieberten dem Lauf entgegen.

06:30: Wir machen uns auf den Weg zum Start während es dämmrig wird und wir schon wissen dass es wieder ein extrem heißer Tag werden wird. Deswegen auch der frühe Start um 7:00. Eine Freundin bringt uns zum Treffpunkt- ohne sie hätten wir durch die verwinkelten Gassen von Moshi niemals den Start gefunden. Gestartet wird außerhalb vom Stadion. Als wir ankommen beginnt gerade das Rollstuhlrennen und die Sportler ernten tobenden Applaus vom Publikum. Von weitem sehe ich meine Freundin Louise die wie ich für Mbwa wa Africa (Hunde Afrikas), die Organisation für die ich hier arbeite, läuft. Wir winken uns zu- um uns durch die Menschenmenge zu kämpfen bleibt keine Zeit mehr. 5 Minuten noch bis zum Start. Wir reihen uns in das bunt gemischte Publikum egal welcher Herkunft, Altersklasse und Religion ein. Trotzdem erkennt man schon wer das Rennen ernst nimmt und wer nur zum Spaß mitläuft. Während die wenigsten in Sportkleidung laufen sieht man die Mehrheit in Jeans, Röcken, mit Mützen oder gar dicker Winterjacke. Als Laufschuhe dienen auch Flip Flops, Ballerinas, Mokassins oder Chucks. Ein Mann neben mir verliert schon beim gehen zum Start seine Mokassins- hebt ein Stück Karton auf, klemmt es sich zwischen Fuß und Schuh- jetzt hälts`. Andy und mir wird klar- hier geht es einzig und allein ums dabei sein und Spaß daran zu haben, das gefällt mir und ich fühle mich als ein Teil dieser großen Gemeinschaft die ein gemeinsames Ziel haben- einfach nur mitzumachen und einen tollen Tag zu haben.

07:00: Der Startschuss fällt bzw. sehe ich nur wie sich die Menschenmenge in Bewegung setzt- da muss wohl das Startsignal gewesen sein. Langsam gehen wir los, fallen dann in einen gemütlichen Trab und können uns ein fröhliches Lächeln nicht verkneifen als wir die Startlinie überqueren- auf geht’s. Wir fangen an uns durch das dichte Gedränge zu schlängeln. Schon nach den ersten hundert Metern hören viele auf zu laufen und gehen weiter.

Die Strecke verläuft zuerst durch die Straßen von Moshi, vorbei an den vielen kleinen Läden, Obstständen und auch grasendem Vieh. „Schau“ sage ich zu Andy, „da ist er“- zu unsrer rechten Seite blitzt der Kilimanjaro hervor und begleitet uns fast das ganze Rennen lang. Raus aus der Stadt kommen wir an den Kaffeeplantagen vorbei, für die die Region bekannt ist und schön langsam wird es auch richtig heiß. Auf den ersten 10km bewältigen wir nahezu die gesamten 250 Höhenmeter die der Lauf in sich hat.

Endlich haben wir den höchsten Punkt erreicht und von nun an geht es fast nur mehr stetig bergab. Sofort fangen alle die bergauf noch gemütlich hochgewandert sind in einem Höllentempo an runter zu hetzen um bei der nächsten bergauf Passage wieder von uns überholt zu werden. Bei km 17 angelangt hören wir hinter uns lautes Hupen ankommender Autos. Im selben Moment als ich mich umdrehe um zu sehen was los ist, flitzen Läufer die einfach nur aus schier endlosen Beinen bestehen an mir vorbei- die Spitzengruppe des Marathons hat uns eingeholt. Es sind natürlich die allbekannten Kenianer. Wir jubeln ihnen zu, ich bin einfach nur fasziniert und lege automatisch an Tempo zu- ich bin motiviert, will ihnen nach, auch so schnell laufen können- doch so schnell sie hier waren sind sie auch schon wieder aus unserem Blickfeld entschwunden. Trotzdem behalten wir unser Tempo bei.

Km 20, wir biegen wieder in die Straßen von Moshi ein, wo sich bereits viele Zuschauer eingefunden haben. Doch anders als bei gewohnten Läufen jubeln die meisten Zuseher nicht. Die Einwohner kommen um sich die Verrückten anzusehen die freiwillig bei einem Rennen mitmachen. Aber es sind auch einige Kinder hier die versuchen so viele „Abklatscher“ wie möglich zu ernten. Und schon befinden wir uns auf dem letzten Abschnitt der direkt ins Stadion und somit dem Ziel führt. Nochmal hören wir lautes hupen hinter uns- die erste Frau des Marathons zischt noch schnell an uns vorbei. Das Stadion ist vollgepackt, ich komme mir vor wie auf einem Jahrmarkt- und hier wird sogar gejubelt. Wir sehen die Ziellinie, nehmen uns an der Hand und laufen mit hoch erhobenen Händen ins Ziel. Geschafft- ich stoppe meine Uhr bei 2 Stunden und 7 Minuten- jede Minute davon hat einfach nur Spaß gemacht. „Hongera!!“ (Gratuliere) tönt es aus jeder Ecke. Jeder freut sich für jeden der es ins Ziel geschafft hat.

Wir holen uns unsre Medaillen ab, suchen uns eines der wenigen schattigen Plätzchen und warten glückselig bis uns unsre Anfeuerungscrew in dieser Menschenmenge wiederfindet um uns unser Belohnungseis zu überreichen. Es war einfach nur super! Die Menschen aus aller Welt und die Einzigartigkeit dieses Rennens hier in Tansania haben den Kilimanjaro Halbmarathon zu einem der schönsten und aufregendsten Läufe gemacht an denen ich jemals teilgenommen habe und ich weiß, das war nicht das Erste und letzte Mal, dass ich bei diesem großartigen Erlebnis dabei sein werde.

2 Kommentare:

  1. Pingback:Kilimanjaro-Halbmarathon (Afrika) - LC Waldviertel

  2. Weissinger Eva

    Ich bin stolz auf dich!!! deine Mama

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